Reise nach Italien - Die Geschichte Italiens
Reise nach Italien - Die Geschichte Italiens

Die italienische Nationalhymne

Die Städte und Regionen Italiens Die italienische Sprache Italiener und Deutsche Die italienische Küche Kunst und Kultur Gesellschaft und Politik Die Geschichte Italiens
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen

Goffredo Mameli (1827-1849) Goffredo Mameli (1827-1849) Goffredo Mameli (1827-1849)
Von ihm stammt der Text der italienischen Nationalhymne
Quelle: www.liberliber.it

Wie entstand der Text der italienischen Nationalhymne?

Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) ist der Titel der Nationalhymne von Italien, die normalerweise die Mameli-Hymne genannt wird. Der heute sehr romantisch-altertümlich anmutende Text, der 1847 geschrieben wurde, stammt nämlich von dem patriotischen Studenten Goffredo Mameli.

Der Text der Hymne entstand, ähnlich wie der der deutschen Nationalhymne, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, auf dem Hintergrund der romantisch-patriotischen Bewegung in Italien und ist nur in ihrem Kontext verständlich. Er wurde unter dem Eindruck der ausbrechenden demokratischen Revolution und des bevorstehenden Freiheitskrieges gegen das Kaiserreich Österreich-Ungarn geschrieben. Mameli war auch Freund und Kampfgefährte der beiden großen Führer des italienischen "Risorgimento" Giuseppe Mazzini und Giuseppe Garibaldi. Er starb 1849, gerade 22 Jahre alt, an den Folgen einer Schussverletzung, die er beim Kampf um Rom erlitten hatte.

Der Text spiegelt den festen Willen der italienischen Patrioten des Risorgimento (der italienischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts) wider, endlich zu einem einheitlichen Nationalstaat zu kommen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war Italien in viele Staaten und Regionen zerstückelt und ein Großteil Norditaliens war von Österreich besetzt. Vor allem in den letzten beiden Strophen erwähnt der Text die Revolten und Kriege der Vergangenheit gegen ausländische Unterdrückung, die den italienischen Patrioten Vorbild sein sollten.

Die Melodie der Nationalhymne:

Michele Novaro (1818-1885) Michele Novaro (1818-1885) Michele Novaro (1818-1885)
Quelle: Wikipedia
Die Melodie der Nationalhymne stammt von Michele Novaro, einem Freund Mamelis, der ebenso wie er Mitstreiter für die italienische Einheit war.

Obwohl das Lied schon 1862 von Giuseppe Verdi auf eine Stufe mit der englischen Hymne God Save the Queen und der französischen Marseillaise gestellt wurde, wurde mit der Gründung Italiens (1861) der Königsmarsch (Marcia Reale) die Nationalhymne. Erst am 12. Oktober 1946, bei der Ausrufung der Republik, wurde das Lied die offizielle Nationalhymne des italienischen Staates.
Im Folgenden die komplette Version der italienischen Nationalhymne (5 Strophen + Refrain). Bei offiziellen Anlässen (und bei den Spielen der italienischen Fußballnationalmannschaft) wird allerdings normalerweise nur die erste Strophe und der Refrain gesungen. Die deutsche Übersetzung des Orginaltextes ist von Wolfgang Pruscha

Der Originaltext mit Übersetzung:

Fratelli d'Italia,
l'Italia s'è desta,
Dell'elmo di Scipio
S'è cinta la testa.
Dov'è la vittoria?
Le porga la chioma,
Che schiava di Roma
Iddio la creò.
Brüder Italiens,
Italien hat sich erhoben,
Und mit dem Helm des Scipio (1)
Sein Haupt geschmückt.
Wo ist die Siegesgöttin?
Sie möge Italien ihr Haupt zuneigen,
Denn als eine Sklavin Roms
Hat Gott sie geschaffen.

(1) Scipio = römischer Kriegsheld.
Refrain:

Stringiamoci a coorte,
Siam pronti alla morte,
Siam pronti alla morte,
l'Italia chiamò.
Stringiamoci a coorte,
Siam pronti alla morte,
Siam pronti alla morte,
L'Italia chiamò!
Refrain:

Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Noi fummo da secoli
Calpesti, derisi,
Perché non siam popolo,
Perché siam divisi.
Raccolgaci un'unica
Bandiera, una speme:
Di fonderci insieme
Già l'ora suonò.

Refrain
Wir wurden seit Jahrhunderten
Getreten und ausgelacht,
Weil wir kein Volk sind, (2)
Weil wir geteilt sind.
Es einige uns eine einzige
Flagge, eine Hoffnung:
Dass wir zusammenschmelzen,
Hat die Stunde schon geschlagen.

Refrain

(2) weil wir kein Volk sind
= in der ersten Hälfte des 19. Jh. war Italien in viele Staaten geteilt und stand direkt oder indirekt unter ausländischem Einfluss. Die überwiegend bäuerliche Bevölkerung der verschiedenen Teile Italiens hatte nur wenig nationales Zusammengehörigkeitsgefühl.
Uniamoci, uniamoci,
L'unione e l'amore
Rivelano ai popoli
Le vie del Signore.
Giuriamo far libero
Il suolo natio:
Uniti, per Dio,
Chi vincer ci può?

Refrain
Einigen wir uns, Einigen wir uns
Die Einheit und die Liebe
Offenbaren den Völkern
Die Wege des Herrn
Schwören wir
Den Heimatboden zu befreien:
Geeint durch Gott,
Wer kann uns besiegen?

Refrain
Dall'Alpi a Sicilia
Dovunque è Legnano,
Ogn'uom di Ferruccio
Ha il core, ha la mano,
I bimbi d'Italia
Si chiaman Balilla,
Il suon d'ogni squilla
I Vespri suonò.

Refrain
Von den Alpen bis Sizilien
Überall ist Legnano (3)
Jeder Mann hat von Ferruccio (4)
Das Herz und die Hand,
Die Kinder Italiens
Heißen Balilla (5)
Der Klang jeder Glocke
Ertönte zur Vesper. (6)

Refrain

(3) Legnano
= Schlacht von Legnano (1176), in der Barbarossa von einer Koalition italienischer Städte geschlagen wurde. Sie wurde zum Symbol des Kampfes gegen die ausländische Besetzung
(4) Ferruccio
= Florentinischer Kriegsherr, der den Widerstand gegen Karl V (1530) anführte
(5) Balilla
= Name des Kindes, das zum Symbol der Revolte Genuas gegen eine Koaltion von Österreich und Piemont (1746) wurde
(6) Vesper
= Aufstand in Sizilien gegen die französische Herrschaft (1282)
Son giunchi che piegano
Le spade vendute:
Già l'Aquila d'Austria
Le penne ha perdute.
Il sangue d'Italia,
Il sangue Polacco,
Bevé, col cosacco,
Ma il cor le bruciò.

Refrain
Wie Binsen sind jene,
Die gekaufte Schwerter schwingen
Der österreichische Adler (7)
Hat schon die Federn verloren.
Das Blut Italiens,
Das Blut Polens (8)
Hat er mit dem Kosaken getrunken.
Aber sein Herz ist verbrannt.

Refrain

(7) der österreichische Adler hat schon die Federn verloren = Österreich hielt in der Zeit des "Risorgimento" weite Teile Norditaliens unter seiner Herrschaft und war einer der Hauptgegner der italienischen Patrioten.
(8) das Blut Polens hat er mit den Kosaken getrunken = die blutige Niederschlagung von seiten Russlands und Österreichs von drei Aufständen der polnischen Bevölkerung gegen die Fremdherrschaft
Fratelli d'Italia,
l'Italia s'è desta,
Dell'elmo di Scipio
S'è cinta la testa.
Dov'è la vittoria?
Le porga la chioma,
Che schiava di Roma
Iddio la creò.

Brüder Italiens,
Italien hat sich erhoben,
Und mit dem Helm des Scipio (1)
Sein Haupt geschmückt.
Wo ist die Siegesgöttin?
Sie möge Italien ihr Haupt zuneigen,
Denn als eine Sklavin Roms
Hat Gott sie geschaffen.

(1) Scipio = römischer Kriegsheld.
Refrain:

Stringiamoci a coorte,
Siam pronti alla morte,
Siam pronti alla morte,
l'Italia chiamò.
Stringiamoci a coorte,
Siam pronti alla morte,
Siam pronti alla morte,
L'Italia chiamò!

Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Noi fummo da secoli
Calpesti, derisi,
Perché non siam popolo,
Perché siam divisi.
Raccolgaci un'unica
Bandiera, una speme:
Di fonderci insieme
Già l'ora suonò.

Wir wurden seit Jahrhunderten
Getreten und ausgelacht,
Weil wir kein Volk sind, (2)
Weil wir geteilt sind.
Es einige uns eine einzige
Flagge, eine Hoffnung:
Dass wir zusammenschmelzen,
Die Stunde hat schon geschlagen.

Refrain

(2) weil wir kein Volk sind = in der ersten Hälfte des 19. Jh. war Italien in viele Staaten geteilt und stand direkt oder indirekt unter ausländischem Einfluss. Die überwiegend bäuerliche Bevölkerung der verschiedenen Teile Italiens hatte nur wenig nationales Zusammengehörigkeitsgefühl.
Uniamoci, uniamoci,
L'unione e l'amore
Rivelano ai popoli
Le vie del Signore.
Giuriamo far libero
Il suolo natio:
Uniti, per Dio,
Chi vincer ci può?

Einigen wir uns, Einigen wir uns
Die Einheit und die Liebe
Offenbaren den Völkern
Die Wege des Herrn
Schwören wir
Den Heimatboden zu befreien:
Geeint durch Gott,
Wer kann uns besiegen?

Refrain
Dall'Alpi a Sicilia
Dovunque è Legnano,
Ogn'uom di Ferruccio
Ha il core, ha la mano,
I bimbi d'Italia
Si chiaman Balilla,
Il suon d'ogni squilla
I Vespri suonò.

Von den Alpen bis Sizilien
Überall ist Legnano (3)
Jeder Mann hat von Ferruccio (4)
Das Herz und die Hand,
Die Kinder Italiens
Heißen Balilla (5)
Der Klang jeder Glocke
Ertönte zur Vesper. (6)

Refrain

(3) Legnano
= Schlacht von Legnano (1176), in der Barbarossa von einer Koalition italienischer Städte geschlagen wurde. Sie wurde zum Symbol des Kampfes gegen die ausländische Besetzung
(4) Ferruccio
= Florentinischer Kriegsherr, der den Widerstand gegen Karl V (1530) anführte
(5) Balilla
= Name des Kindes, das zum Symbol der Revolte Genuas gegen eine Koaltion von Österreich und Piemont (1746) wurde
(6) Vesper
= Aufstand in Sizilien gegen die französische Herrschaft (1282)
Son giunchi che piegano
Le spade vendute:
Già l'Aquila d'Austria
Le penne ha perdute.
Il sangue d'Italia,
Il sangue Polacco,
Bevé, col cosacco,
Ma il cor le bruciò.

Wie Binsen sind jene,
Die gekaufte Schwerter schwingen
Der österreichische Adler
Hat schon die Federn verloren. (7)
Das Blut Italiens,
Das Blut Polens
Hat er mit dem Kosaken getrunken. (8)
Aber sein Herz ist verbrannt.

Refrain

(7) der österreichische Adler hat schon die Federn verloren = Österreich hielt in der Zeit des "Risorgimento" weite Teile Norditaliens unter seiner Herrschaft und war einer der Hauptgegner der italienischen Patrioten.
(8) das Blut Polens hat er mit den Kosaken getrunken = die blutige Niederschlagung von seiten Russlands und Österreichs von drei Aufständen der polnischen Bevölkerung gegen die Fremdherrschaft

Wenn Sie mehr wissen wollen:

Hier können Sie die Nationalhymne hören:


Geschichte Italiens    Venedig erobert die Welt    Geschichte Italiens im Mittelalter    Garibaldi: Geschichte eines Abenteurers, der Italien zur Einheit verhal    Mussolini
Bücher über
Geschichte und Gegenwart Italiens
Geschichte Italiens    Geschichte Italiens im Mittelalter
Garibaldi: Geschichte eines Abenteurers, der Italien zur Einheit verhal    Mussolini
Bücher über Geschichte
und Gegenwart Italiens

Geschichte: Biografien, Erinnerungen
Biografien &
Erinneruingen
Geschichte: Dokumentarfilme
Geschichte:
Dokumentarfilme
Italien: Gesellschaft und Politik
Gesellschaft und
Politik heute
Bücher und Filme über Italiener und Deutsche
Über Italiener
und Deutsche

Geschichte: Biografien, Erinnerungen
Biografien &
Erinneruingen
Geschichte: Dokumentarfilme
Geschichte:
Dokumentarfilme
Italien: Gesellschaft und Politik
Gesellschaft und
Politik heute
Bücher und Filme über Italiener und Deutsche
Über Italiener
und Deutsche

Die Geschichte Italiens Die Geschichte Italiens Alle anderen Seiten über die
Geschichte Italiens


Ihr Kommentar zu dieser Seite
Bis jetzt gibt es keine Kommentare ...
Online Italienisch lernen Online Italienisch lernen Online Italienisch lernen
Jetzt kostenlos ausprobieren!
Übersetzungen in 80 Sprachen Übersetzungen in 80 Sprachen Übersetzungen in 80 Sprachen
Lieferung in 24 Stunden


Zum sechsten Mal in Folge:
Diese Website gehört zu den wichtigsten deutschen Internetadressen 2019 Diese Website gehört zu den wichtigsten deutschen Internetadressen 2019


Impressum Impressum