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Heinrich Mann am Gardasee

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Heinrich Mann (1871-1950)
Heinrich Mann (1871-1950)
Foto aus dem Jahr 1906: Deutsches Bundesarchiv

Der Gardasee zur Zeit der Habsburger:

Nach dem Friedensvertrag von 1866, durch den die Region Venetien an Italien fiel, wurde die Nordküste des Gardasees zum “Strand” des Kaiserreichs der Habsburger, der mit der zunehmenden Effizienz der lokalen Infrastrukturen die mediterrane Umwelt mit dem mitteleuropäischen Komfort bereicherte. Auf diese Weise wurden auch die Gäste gewonnen, die den Essgewohnheiten und den Sitten und Gebräuchen der Italiener misstrauisch gegenüberstanden.

Unter den Ausländern, die jetzt die sonnenverwöhnten Ufer des Gardasees besuchten, traf man daher auch immer mehr Vertreter angesehener europäischer Kulturkreise.

Heinrich Mann in Riva del Garda:

Von 1899 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges hielt sich Heinrich Mann an verschiedenen Orten Italiens auf, gelegentlich auch in Begleitung seines Bruders Thomas. So etwa mehrere Monate in der Kleinstadt Palestrina in der Nähe von Rom, vorwiegend aber in Riva del Garda am Gardasee im Sanatorium des mit ihm befreundeten Arztes Christoph Hartung von Hartungen.

1888 hatte Christoph Hartung von Hartungen in Riva am Gardasee ein Reform-Sanatorium in Form einer Natur- und Wasserheilanstalt gegründet. Es handelte sich dabei um eines der ersten dieser Art in Österreich, wo Heilung nach einer ökologisch orientierten Medizin angestrebt wurde. Dort praktizierte Hartungen auch Homöopathie, ebenso wie die damals moderne Psychoanalyse. Ein besonders wichtiger Teil der Terapie waren die menschliche und geistige Zuwendung zum Patienten.
Das Sanatorium des Dr. von Hartungen in Riva del Garda
Das Sanatorium des Dr. von Hartungen in Riva del Garda, wo sich Heinrich Mann mehrere Male aufhielt.
Foto aus dem Jahr 1910:
Autor unbekannt
Der erste Aufenthalt von Heinrich Mann in dieser Heilanstalt war im Jahr 1893, wo er nach dem Blutsturz, der ihn befallen hatte, Heilung suchte. Wie sein Bruder Viktor erzählte, war Heinrich überzeugt, dass er seine Gesundheit den Ratschlägen von Dr. Hartungen verdankte.

Während der insgesamt fast zweieinhalb Jahre, in denen er sich im Sanatorium von Hartungen aufhielt, nahm er regen Anteil am Leben des Städtchens am See, er wohnte häufig in Pensionen und begab sich ins Sanatorium nur für die Kuren, um so den persönlichen Kontakt mit der Kunst und Kultur Italiens pflegen zu können. Schon bald begann Heinrich Mann, sich auch für das Volk und die politischen und sozialen Verhältnisse zu interessieren.
Heinrich Mann und der Arzt von Hartungen
Heinrich Mann und (unter ihm mit Hut) der Arzt von Hartungen, zusammen mit Freunden und Patienten der Heilanstalt
Foto:
Autor unbekannt
Während seines ersten Aufenthalts in Riva schrieb Heinrich Mann im Jahr 1902 einige wichtige Erzählungen, die an den Ufern des Gardasees spielten, wie zum Beispiel Heldin und Jungfrauen, sowie Das Wunderbare,, Erzählungen, in denen zahlreiche Bezüge zum Gardasee und insbesondere zu Riva zu finden sind, sowohl was die Umgebung, als auch was die Protagonisten betrifft.

Das Thema von Das Wunderbare kreist um magische und unwiederholbare Umstände, die vielleicht nur ein einziges Mal in die Alltäglichkeit des Leben einbrechen und die die Sinne, den Geist und die Gefühle derartig beeinflussen, dass davon letztlich nur das Irreale und Unglaubliche eines Traumphänomens bleibt.

Die Landschaft, in der die Novelle angesiedelt ist, hat typische alpine Eigenschaften, ähnlich derer, die Mann an der Nordküste des Gardasees erlebte.

Jungfrauen und Heldin aus der Sammlung Stürmische Morgen (1906) sind zwei Novellen, die ausdrücklich dort angesiedelt sind. Jungfrauen behandelt das Thema der ersten Liebeserfahrungen von zwei jungen Schwestern aus gutbürgerlichen deutschen Verhältnissen, Claire und Ada, die ihre erste Reise in eine noch unbekannte Welt antreten.

Die Erzählung enthält alle Elemente der typischen Umwelt des Gardasees und insbesondere des Städtchens Torbole; allerdings ist nur die Landschaft italienisch, die Protagonisten sind alle Deutsche.

Anders ist der Hintergrund der Novelle Heldin, in der weniger die Landschaft des Gardasees, als vielmehr seine Menschen und ihre sozialen Probleme im Mittelpunkt stehen und ein Strukturelement für die thematische Entwicklung darstellen.

Heinrich Mann und Dr. Hartungen wurden Freunde, während seiner Aufenthalte in Italien besuchte Mann oft das Sanatorium und die Familie der Hartungen, mit der er zeitlebens in Kontakt blieb.

Text: Chiara Berto

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