Reise nach Italien - Die Geschichte Italiens
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Hitler und Mussolini

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Hitler und Mussolini in München (1938)
28. September 1938: Hitler und Mussolini bei dessen Besuch in München.
Foto: Deutsches Bundesarchiv
Hitler und Mussolini in München (1938)
28. September 1938: Hitler und Mussolini bei dessen Besuch in München.
Foto: Deutsches Bundesarchiv
Stolz und von den Massen umjubelt, die ihnen blind gehorchen - wie auf dem Foto oben - so sahen sich Hitler und Mussolini gerne. Der Faschist Mussolini und der Nationalsozialist Hitler hätten gerne die Welt unter sich aufgeteilt. Am Anfang segelte Hitler im Windschatten Mussolinis, er bewunderte ihn und versuchte, ihn nachzuahmen. Am Ende war es Mussolini, der zu Hitler aufblickte und von dessen Erfolgen zu profitieren versuchte. Beide verband eine Partnerschaft, die auf persönlicher Ebene konfliktgeladen und dramatisch verlief und auch so endete. Unendliches Leid für das deutsche, das italienische und für viele andere Völker der ganzen Welt waren die Konsequenzen aus dieser unheiligen politischen Allianz.

Die Parallelen in der Geschichte Deutschlands und Italiens:

Bei allen Unterschieden weisen die deutsche und die italienische Geschichte auch sehr viele Parallelen auf:

Mussolini und Hitler - Partner und Konkurrenten:

Als Mussolini 1922 mit seinem "Marsch auf Rom" die Macht in Italien übernahm, steckte die Bewegung Hitlers in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Hitler bewunderte Mussolini, ein Jahr später wollte er mit einem Putsch in München und einem anschließenden "Marsch auf Berlin" Mussolini nacheifern. Der Putsch scheiterte und dies trug dazu bei, dass Mussolini Hitler anfänglich in einer etwas arrogant herablassenden Weise betrachtete. In den 1920er Jahren stand Mussolini Hitler also noch relativ skeptisch gegenüber und auch dessen Rassentheorie teilte er anfangs noch nicht. In jenen Jahren, besonders ab 1925, errichteten die Faschisten mit Mussolini an der Spitze in Italien eine totalitäre Diktatur, regimekritische Zeitungen wurden verboten und die Gegner der Faschisten mit polizeistaatlichen Repressionsmaßnahmen verfolgt.
Hitler und Mussolini Hitler und Mussolini
Zwei Briefmarken aus den 1940er Jahren. Beide haben die Aufschrift: "Zwei Völker und ein Kampf"
(italienisch: "Due popoli, una guerra")
Als Hitler dann 1933 an die Macht kam, musste Mussolini schnell erkennen, dass er sich in Hitler gründlich getäuscht hatte: die Schnelligkeit und die Brutalität, mit der Hitler seine Diktatur in Deutschland etablierte, flößten ihm Respekt ein. Auch was den Antisemitismus betraf, lenkte Mussolini ab 1938 immer stärker auf den Kurs ein, den Hitler in Deutschland verfolgte.

Jetzt wurde die Existenz einer reinen italienischen Rasse proklamiert, von der die Juden als "rassefremd" ausgeschlossen waren. Die Verheiratung „arischer“ Italiener mit Angehörigen „anderer Rassen“ wurde verboten. Die Juden wurden aus dem Militär, dem Bildungswesen, der Verwaltung, aus großen Teilen des Wirtschaftslebens und aus der faschistischen Partei ausgeschlossen. Obwohl die Rassenvernichtung, im Gegensatz zum Nationalsozialismus in Deutschland, nicht zu den expliziten Zielen des italienischen Antisemitismus gehörte, wurden in der faschistischen Restrepublik ab November 1943 die Juden verhaftet und in italienischen Konzentrationslagern interniert, was dann meist im Holocaust endete.

Hitler arbeitete von Anfang an zielstrebig auf einen Krieg hin, Mussolini fühlte sich dadurch immer mehr in Zugzwang, er musste beweisen, dass er kein "Feigling" war. So entstand die "Achse Rom-Berlin" und Mussolini wiederholte unaufhörlich, dass das faschistische Italien, wenn es einen Freund hat, gemeinsam mit ihm bis zur letzten Konsequenz marschiert.

Trotz aller großen Worte schreckte Mussolini anfangs noch vor dieser letzten Konsequenz zurück, allerdings nicht aus Friedensliebe: das Problem war, dass Italien in keiner Weise auf einen Krieg vorbereitet war, weder materiell noch psychologisch. Durch eine wahnwitzige Aufrüstung und durch ständiges Einhämmern faschistischer Propaganda glaubte Mussolini im Jahr 1940, ein Jahr nachdem Hitler den zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen hatte, es Hitler gleichtun zu können und begann eine Art "Parallelkrieg" auf anderen Kriegsschauplätzen. Aber im zweiten Weltkrieg sollte sich endgültig zeigen, wer die erste Geige in der "Achse Rom-Berlin" spielte. Ohne das massive Eingreifen deutscher Streitkäfte, wären diese Parallelkriege - vor allem auf dem Balkan - kläglich gescheitert, was Mussolini in immer stärkere Abhängigkeit von Hitler geraten ließ.

Hitler befiehlt die Besetzung Italiens:

Als Enttäuschung, Verzweiflung und Erschöpfung in Italien 1943 schließlich zum Sturz Mussolinis und zum Waffenstillstand mit den Alliierten führten, reagierte Hitler in der für ihn typischen Art: Wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind! Obwohl ihn mit der Person Mussolini bis zum Ende noch eine gewisse freundschaftliche Beziehung verband, entlud sich jetzt seine ganze Wut über den "italienischen Verrat": Wenn nicht Liebe, dann eben Hass. Hunderttausende von italienischen Soldaten wurden gefangen genommen und nach Deutschland in KZs oder zur Zwangsarbeit geschickt. Auch die "Repubblica Sociale Italiana", das restliche Norditalien, das unter dem Oberbefehl Mussolinis Hitler bis zum Schluss die Treue hielt, behandelte dieser mit der Arroganz des Besatzers.

Das tragische Ende - Hitler befiehlt die Zerstörung Deutschland:

Kampf bis zum Ende, das war Hitlers Losung. In den letzten Wochen des Krieges, als die Alliierten bereits auf deutschem Boden standen, befahl Hitler die Taktik der "verbrannten Erde" und erklärte im Kreis der engsten Vertrauten:
"Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein. Es ist nicht notwendig, auf die Grundlagen, die das deutsche Volk zu seinem primitivsten Weiterleben braucht, Rücksicht zu nehmen. Im Gegenteil, es ist besser, selbst diese Dinge zu zerstören. Denn das deutsche Volk hat sich als das schwächere erwiesen (...). Was nach diesem Kampf übrig bleibt, sind ohnehin nur die Minderwertigen, denn die Guten sind gefallen".
Ganz ähnliche Überlegungen gingen auch Mussolini in den letzten Kriegswochen durch den Kopf. Zuerst die Italiener und dann auch die Deutschen hatten für Hitler und Mussolini bewiesen, dass sie nicht würdig waren, den Krieg zu gewinnen. Die Zerstörung der italienischen und vor allem der deutschen Städte war nicht nur das Werk der alliierten Bomber gewesen, es war vor allem das Werk Hitlers und Mussolinis.

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